Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute berichtet, will nun auch die UniCredit Group Staatshilfen in Anspruch nehmen, konkret soll es um die Summe von 4 Milliarden Euro gehen.
Die Bank UniCredit SpA erlitt im vierten Quartal 2008 - bedingt durch die internationale Finanzkrise - einen Gewinneinbruch um 57% und will zur Stärkung der Eigenkapitalbasis bis zu 4 Milliarden Euro an Staatshilfen in Anspruch nehmen. Dies ist insofern durchaus interessant als die die italienische Großbank im Gegensatz zu den allermeisten Mitbewerbern für das Jahr 2008 trotz der gegenwärtigen Situation noch einen beachtlichen Nettogewinn von 4,01 Milliarden Euro erwartet. Hiermit liegt die Bankengruppe sogar über der eigenen Zielvorgabe.
Die zweitgrößte Bank Italiens kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 14 Milliarden Euro, seit Jahresbeginn hat der Aktienwert über 40% nachgegeben. Ein konkreter Geschäftsausblick für das Jahr 2009 liegt aktuell noch nicht vor, insbesondere das Engangement in Osteuropa, wo die Tochter UniCredit Bank Austria stark vertreten ist, dürfte sich negativ bemerkbar machen.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen in Italien aktuell die kürzlich von der italienischen Regierung genehmigten "Tremonti-Bonds". Diese Wandelanleihen ohne feste Laufzeit wurden durch das Finanzministerium in Rom zur Unterstützung der Bankenbranche gezeichnet, welche diese fällig stellen können. Insgesamt kauft der italienische Staat im Rahmen dieses Hilfsprogramms für bis zu 12 Milliarden Euro Anleihen, um die Eigenkapitalbasis der Institute im Land aufzubessern. Erster Abnehmer war vor einigen Tagen die Banco Popolare, ihres Zeichens sechstgrößtes Bankhaus Italiens, welche die Ausgabe von Anleihen über 1,45 Milliarden Euro beantragt hatte.
Die Tier-1-Ratio des Unternehmens lag Ende Dezember bei 6,5%, da bereits ohne Staatshilfen 6,6 Milliarden Euro frisches Kapital beschafft werden konnte. Neben dem italienischen Hilfsprogramm will die Bankengruppe aber eventuell auch in Österreich Staatshilfe in Anspruch nehmen.