Interessante Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)

Der deutsche Immobilienmarkt zeichnet sich durch ein konstantes Preisniveau aus - und das seit beinahe 30 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine vor kurzem veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Basis der Studie war die Entwicklung der Immobilienpreise in vierzehn Industriestaaten. Viele der Länder zeichneten sich durch stark ansteigende Preise während der Phase des Immobilien-Booms aus und einen bei Einsetzen der Ernüchterung tiefen Fall des Preisniveaus.

Auslöser für die DIW-Studie war - wie nicht anders zu erwarten - die nordamerikanische Immobilienkrise. Konkret untersucht wurde der Einfluss folgender Faktoren auf die Preisentwicklung: Pro-Kopf-Einkommen, Bevölkerungswachstum, Urbanisierungsgrad und realer langfristiger Zinssatz. Besondere Bedeutung kommt dem Ergebnis der Studie folgend dem Einfluss des Einkommens zu. Die Stagnation des Preisniveaus in Deutschland wird dadurch mit verursacht, dass eine steigende Nachfrage nach Wohnraum an ein steigendes Pro-Kopf-Einkommen gebunden ist, was in Deutschland in einem nur sehr schwachen Maße gegeben ist. Auch der zu beobachtende Bevölkerungsrückgang sowie der Trend zur Verlagerung des Wohnraums vom Land in die Stadt zählen zu den Faktoren, welche die Preiskonstanz begünstigen. Ein kurzfristiger Anstieg der Preise für Immobilien war nur während des Baubooms nach der Wiedervereinigung zu beobachten.

Laut Einschätzung der Konjunkturexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat das Ergebnis der Studie aber keinen negativen Einfluss auf die Entwicklung der Gesamtwirtschaft. Beeinflusst werde das gesamtwirtschaftliche Vermögen nicht der Höhe nach, sondern lediglich was die Verteilung anbetrifft. Eine Stagnation des Immobilienpreisniveaus wirkt sich zudem stabilisierend auf die Inflation aus. Probleme sieht das DIW lediglich, wenn eine Immobilienfinanzierung mit Blickrichtung Altersvorsorge gewünscht wird, da die erwartete Preisentwicklung hier natürlich eine äußerst wichtige Rolle spielt.