"Wenn die Märkte in diesem Jahr nicht völlig verrücktspielen, werden wir unser Rekordergebnis erneut übertreffen". Dieser Satz stammt von Klaus-Peter Müller, seines Zeichens Vorstandssprecher der Commerzbank und unterstreicht die Tatsache, dass das schwarzgelbe Unternehmen aus Frankfurt am Main zu den wenigen Siegern der Kreditkrise zählt.
Klaus-Peter Müller, der das Unternehmen im Mai verlassen und Platz für seinen Nachfolger Martin Blessing machen wird, kann eine eindrucksvolle Bilanz vorweisen: Trotz der enormen Einflüsse der US-amerikanischen Kreditkrise hat die Commerzbank so gut verdient wie nie zuvor. Im letzten Geschäftsjahr wurden 1,9 Milliarden Euro umgesetzt, 19,5 Prozent mehr als im Jahr vorher. Wie bereits eingangs angemerkt wird für 2008 ein erneutes Rekordergebnis erwartet. Aus dem einstigen Dauer-Übernahmekandidat ist ein Unternehmen geworden, das sich mittlerweile stark genug fühlt zur Übernahme anderer Kreditinstitute.
Besonders positiv entwickelt hat sich das Geschäft mit dem Mittelstand. Das Unternehmen profitiert von wachsendem Vertrauen potentieller Nekunden und den bekannten Schwierigkeiten wichtiger Mitbewerber wie beispielsweise der IKB. Das Mittelstandssegment ist mittlerweile das profitabelste Geschäftsfeld der Frankfurter Bank.
Etwas hinterher hinkt aktuell noch der von der Finanzkrise logischerweise am stärksten beeinflusste Immobilienbereich. Die Rendite vor Steuern lag 2007 bei 10,2 Prozent, aber eine Verbesserung für 2008 ist bereits erkennbar. Margen bis zu 15 Prozent sind ein positives Signal für die Zukunft der Immobilientochter Eurohypo.
Auch im dritten großen Geschäftsfeld der Commerzbank - dem Privat- und Geschäftskundenbereich - werden eindrucksvolle Zahlen gemeldet. Über 400.000 Kunden netto konnten im Privatkundensegment hinzugewonnen werden. Insgesamt zählt das Unternehmen mittlerweile über 5,5 Millionen Kunden. Der Ausbau des Filialnetzes ist für die nächste Zukunft fest eingeplant, das Kursziel der Aktie beträgt 30 Euro, was einer Verdoppelung des aktuellen Kurswertes entspricht.
Unverhohlen äußert der scheidende Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller auch das Interesse an einer Übernahme der Postbank. Dies würde einen Kundenzuwachs von rund 15 Millionen bedeuten und einen echten Global Player schaffen. Auch eine weitere Expansion in Europa kann dann ins Auge gefasst werden, aktuell verfügt die Commerzbank bereits über eine gute Marktposition in Polen und der Ukraine. Wie hoch die Schmerzgrenze für eine Übernahme der Postbank ist - eine ausführliche Vorstellung des Finanzierungsangebotes der Postbank AG finden Sie hier - bleibt indes unklar. Die Commerzbank ist aber zuversichtlich, einen Kauf finanzieren zu können, eine Kapitalerhöhung sei dafür nicht unbedingt notwendig.